Der Wespenbussard — ein Greifvogel der besonderen Art
Erstmalig ...
Der Wespenbussard (Pernis apivorus) wird aufgrund seines Erscheinungsbildes häufig mit dem Mäusebussard verwechselt.
In unseren Breiten ist diese Greifvogelart in nahezu allen mit Wald bestandenen Gebieten zwar selten, aber regelmäßig zu beobachten. Größere Verbreitungslücken existieren nur in waldfreien Hochgebirgslagen und den nahezu waldlosen Agrarflächen im Osten Österreichs. Der Wespenbussard ist stärker auf Wälder angewiesen als alle anderen heimischen Greifvogelarten.
Er brütet zumeist in größeren Altholzbeständen und sucht auch seine Nahrung vorwiegend in diesem Lebensraumtyp. Je nach Qualität des Lebensraumes und der Fortpflanzungsphase schwankt die Größe des beflogenen Home Ranges zwischen 3-15 km². Trotz seiner Größe ist der Wespenbussard im bewaldeten Habitat nur schwer zu beobachten, weshalb unsere Kenntnis über seine Lebensweise vergleichsweise gering ist.
Soweit es seine Ernährung betrifft, kann man nur sagen: Nomen est omen - der Wespenbussard ist nämlich ein ausgesprochener Nahrungsspezialist. Bis zu 80 % seiner Nahrung bestehen aus Wespen- und Hummellarven! Dazu gräbt er deren unterirdische Nester aus bzw. plündert die frei in Bäumen hängenden Nestkonstruktionen. Über die Lebensraumwahl und das Verhalten der Jungvögel nach dem Verlassen des Horstes bis hin zum Abzug ins Winterquartier wurden im Nationalpark Donau-Auen in den vergangenen Jahren telemetrische Untersuchungen durchgeführt. Dabei zeigte sich auch, dass Eltern und Jungvögel getrennt und unabhängig voneinander abziehen.
Da Wespen und Hummeln in Europa im Winter nicht verfügbar sind, fliegen Wespenbussarde als ausgesprochene Zugvögel bis ins tropische Afrika. Als so genannte Langstreckenzieher legen sie 4000-8000 km zurück, um in den afrikanischen Regenwäldern und Baumsavannen südlich der Sahara zu überwintern. Genauere Daten über Zugwege und Aufenthaltsorte außerhalb der Brutzeit, vor allem der Mittel- und osteuropäischen Wespenbussardpopulation, sind bislang unbekannt.
Um die möglichen Rückgangsursachen des Wespenbussards im europäischen Brutgebiet zu klären, steht die Beantwortung folgender Fragen im Mittelpunkt des Projektes:
- Wie lange halten sich die Jungvögel im elterlichen Brutrevier auf?
- Welche Lebensräume sind von besonderer Bedeutung?
- Welche Zugrouten werden genommen?
- Auf welchem Weg wird das Mittelmeer und die Sahara überquert?
- Wo liegen die Überwinterungsgebiete der aus Mitteleuropa stammenden Wespenbussarde?
Dazu werden 2009 erstmals 2 Jungvögel mit Satellitensendern versehen, weitere 2 im Sommer 2010.
Gegenüberstellung der ersten Zugrouten aller bisher besenderten Wespenbussarde von Österreich nach Westafrika. Auffällig ist die Überlappung bzw. Parallelität der Routen der Geschwisterpaare, die auf eine genetische Disposition schließen läßt.
| Koni |
| Männlich |
| Jungvogel |
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| PTT Code |
| 93404 (Microwave) |
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| Besendert |
| am 23. September 2011 |
Pate und Lebensretter ist Konrad Langer.
Der Wespenbussard wurde von einem Jäger am 7. September 2011 am Pleschinger See (OÖ) gefunden und in die Greifvogel-Station Ebelsberg von Reinhard Osterkorn gebracht. Dort nahm sich Konrad Langer des Tieres an und päppelte den fast verhungerten Jungvogel wieder auf, sodaß er am 23. September 2011 in die Freiheit entlassen werden konnte.
| Christian |
| Männlich |
| Jungvogel |
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| PTT Code |
| 73029 (Microwave) |
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| Besendert |
| am 2. August 2011 |
Pate des jüngeren, etwas helleren Jungvogels ist Christian Friedl, ein begeisterter Unterstützer des Projektes.
| Nora |
| weiblich |
| Jungvogel |
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| PTT Code |
| 73028 (Microwave) |
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| Besendert |
| am 2. August 2011 |
Nora Wurzinger von SiGMAjazz sei an dieser Stelle für die Erstellung und Betreuung der born2Bwild-Homepage gedankt.
| Michi-Lorenz |
| Männlich |
| Jungvogel |
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| PTT Code |
| 93402 (Microwave) |
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| Besendert |
| am 15. August 2010 |
"Michi–Lorenz" wurde der jüngere der beiden Vögel genannt.
"Michi" nach dem Ornithologen Michael Tiefenbach, BirdLife Östereich,
LG Steiermark (li);
"Lorenz" nach dem Sohn
von Remo Probst, Geschäftsführer BirdLife Östereich,
LG Kärnten,
Organisator des "Carinthian Raptor Migration Camp" Carinthian Raptor Migration Camp (re).
| Carmen |
| weiblich |
| Jungvogel |
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| PTT Code |
| 93403 (Microwave) |
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| Besendert |
| am 15. August 2010 |
Klaus Lassnig, Mitglied BirdLife Kärnten, nannte den älteren und wehrhaften der beiden
Jungvögel nach seiner Freundin "Carmen".
| Ernestine |
| weiblich |
| Jungvogel |
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| PTT Code |
| 93400 (Microwave) |
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| Besendert |
| am 6. August 2009 |
Das hellere Jungtier erhielt seinen Namen nach dem Direktor der 1. Zoologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums
Wien, Dr. Ernst Mikschi, als Dankeschön für seine Unterstützung.
| Natascha |
| weiblich |
| Jungvogel |
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| PTT Code |
| 93399 (Microwave) |
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| Besendert |
| am 6. August 2009 |
"Natascha" wurde der dunkel schokoladebraune Jungvogel nach der greifvogelbegeisterten Natascha Friedl benannt.
Ab Mai 2010 werden die Signale immer seltener und im September 2010 fällt der Sender endgültig aus
Koni (93404)
2011
November - Dezember: Nach seinem Eintreffen im Überwinterungsquartier hält er sich in der N-Elfenbeinküste auf.
September - Oktober: Am 3. Oktober verläßt der Jungvogel den Auswilderungsplatz, überquert die Alpen und legt eine schlechtwetterbedingte Pause in Slowenien ein. Am 10. Oktober hat er bereits die Adria und Italien überflogen und setzt seinen Weg auf direkter Linie (über Malta) nach Libyen fort, wo er am 11. Oktober das nordafrikanische Festland erreicht. Am 16. Oktober befindet er sich bereits im Bereich des Hoggarmassivs in SE-Algerien.
Nora (73028)
2011
November - Dezember: Nach wie vor hält sie sich im Schutzgebiet "Foret de Tchaourou" (mittlerer Benin) auf.
August - Oktober: Am 27. August führt sie der Zwischenzug nach Westen. Mitte September hat sie die Alpen überflogen und legt, unterstützt vom Mistral-Wind > 800 km pro Tag zurück. Ende September hat sie bereits ihr vorläufiges Reiseziel in W-Afrika (Benin) erreicht.
Christian (73029)
2011
November - Dezember: Im Grenzgebiet zwischen Burkina Faso und Mali pausiert er mehrere Wochen um dann an die Küste zu fliegen und entlang der Küstenlinie nach Osten bis Äquatorialguinea zu ziehen.
August - Oktober: Wenige Tage nach seiner Schwester Nora verläßt auch Christian den Horstbereich. Während seines Zwischenzuges erkundet er den Alpenraum. Den Weg über Sardinien nehmend wählt er einen deutlich direkteren Weg zur Überquerung des Mittelmeeres und der Sahara. Anfang Oktober trifft er in Burkina Faso ein.
Michi-Lorenz (93402)
2011
Dezember: Anfang Dezember begibt er sich wieder in den Großraum Monrovia.
Juli - November: Nach wie vor wenig mobil, bewohnt er das Grenzgebiet von Elfenbeinküste, Mali und Burkina Faso.
Jänner - Juni: Bis Ende Jänner hält er sich im Raum Monrovia (Liberia) auf, um Anfang Februar zum Mt. Nimba im Grenzgebiet zur Elfenbeinüste und Burkina Faso aufzubrechen. Bisher sind mehr als 2300 Datensätze eingegangen.
2010
November - Dezember: Am 18. November beendet der Vogel seinen Aufenthalt in Mali und setzt seinen Zug zuerst nach Süden und dann nach Westen fort. Dabei durchquert er Burkina Faso und die Elfenbeinküste, wobei er am 27. November seinen südlichsten Punkt erreicht und sich nach Westen wendet. Bis Anfang Dezember überfliegt er Liberia in Richtung Monrovia.
September - Oktober: Nach Überquerung der Sahara hält sich Michi-Lorenz seit Anfang Oktober in Mali an der Grenze zu Burkina Faso auf. Nach der Regenzeit ist die Sahelzone in diesem Gebiet nahrungsreich.
Carmen (93403)
2011
Juli - Dezember: Nach wie vor hält sich Carmen im Mündungsbereich des Niger auf.
Jänner - Juni: Seit 26. Dezember befindet sich Carmen im Nigerdelta (Nigeria), wo sie sich bevorzugt in halboffenen Lebensräumen aufhält. Bisher sind mehr als 3000 Datensätze eingegangen.
2010
November - Dezember: Nach einem Aufenthalt von 5 Wochen verläßt sie den Sahel in Richtung Süden, Elfenbeinküste. Am 15.11. erreicht sie die Küste und wendet sich, im Gegensatz zu ihrem Bruder, nach Osten, wo sie am 21.11. die Grenze zu Togo überfliegt. Bisher sind 2100 Datensätze eingegangen.
September - Oktober: Auch Carmen hat die Reise bis nach Burkina Faso überstanden.
Sie nutzt seit Anfang Oktober einen geschützten Trockenwaldkomplex (Dan Forest und Nabere Partial Reserve Forest) im südlichen Burkina Faso.
Ernestine (93400)
2011
September - Dezember: Nach ihrer Rückkehr nach W-Afrika verbringt sie mehrere Wochen in Guinea. Im Anschluß zieht sie entlang der Küste bis Gabun, um abermals im bereits bekannten Überwinterungsgebiet 2010/11 im Kongo zu verweilen.
Juni - August: Der Zug nach Norden führt Ernestine über die westliche Sahara und Gibraltar nach Spanien. Sie erreicht über Frankreich und Deutschland ihren Geburtsort (!) in Österreich und bezieht schlussendlich ihr mehrwöchiges Sommerquartier in S-Tschechien.
Mai: Mitte Mai beginnt sie vom Benin aus ihren ersten Zug nach Norden. Wenige Tage nach Zugbeginn erreicht sie die in Burkina Faso die nördlichen Ausläufer des Sahel.
April: Anfang des Monats verläßt Ernestine ihr Kernaufenthaltsgebiet im Kongo, um in den Benin zurück zu kehren. Nach einer Reisestrecke von ca 2300km ist sie wieder in jener Region angekommen, die sie bereits von Mai bis September 2010 bewohnt hatte!
Jänner - März: Seit nunmehr fast 4 Monaten lebt sie im zentralen Kongo zwischen Kasai und Fimi River. Ihr Kernaufenthaltsgebiet hat einen Durchmesser von etwa 10km. Mittlerweile sind mehr als 3000 Datensätze eingelangt.
2010
November - Dezember: Anfang Oktober zieht sie wieder, diesmal in Richtung SE. Am 13.10. überquert sie den Äquator und hält sich fortan im Zentrum der Demokratischen Republik Kongo auf. Erschreckend und in google earth gut erkennbar sind die unzähligen Feuer der Brandrodungen, die den Regenwald zerstören. Bisher sind knapp 3000 Datensätze eingegangen.
Oktober: Ihrem Drang nach SE folgend, durchquert sie Nigeria und hält sich in der ersten Oktoberhälfte am Sanago-River im Kamerun auf. Sie hat in 3 Wochen eine Strecke von mehr als 1100km zurückgelegt. Mitte Oktober zieht sie weiter über Gabun in den Kongo.
Mai - September: Seit nunmehr 4 Monaten hält sie sich beständig im Foret d´Abdoulaya auf, und sendet regelmäßig Daten. Mitte September beginnt sie SE-wärts zu ziehen.
März, April: Sie nutzt bis Mitte März das Gebiet sehr kleinräumig (10 qkm), was für hohe Lebensraumqualität spricht. Mitte April kehrt sie in den Benin zurück (Foret d´Abdoulaya).
Februar: Mitte Februar durchquert sie Togo und um sich nach einem kurzen Ausflug nach Ghana im Fazao-Malfakassa National Park nieder zu lassen.
Jänner: Sie hält sich konstant in dem Anfang November gewählten Gebiet auf und führt sternförmige Erkundungen im Umkreis bis zu 60km durch. Ende Jänner überfliegt sie die Grenze nach Togo.
2009
Dezember: Seit über einem Monat nutzt Ernestine ein vergleichsweise kleines Gebiet im mittleren Benin. Satellitenaufnahmen zeigen, dass ein grosser Teil des Regenwaldes durch Brandrodungen zerstört ist.
November: Seit Anfang November erkundet sie ein ausgedehntes Regenwaldgebiet im mittleren Benin.
Oktober: Innerhalb von 10 Tagen überquert sie die Sahara in SW Richtung und ist am 4. Oktober bereits im nördlichen Niger. 2800 km legte sie bei der Überquerung der Sahara zurück und erholte sich erstmals im Sahelbereich des südlichen Niger. Am 10. Oktober erreicht sie die W afrikanische Baumsavanne im N Benin. Seither ist sie stationär und erkundet das Gebiet, das im Bereich des potentiellen Winterquartiers für europäische Wespenbussarde liegt. Sie nutzt die Flächen kleinräumig, wandert aber in Etappen südwärts.
September: Am 5.9.2009 ist sie im Tullnerfeld und fliegt anschließend über Wr. Neustadt und das Burgenland nach SE. Bemerkenswert ist, dass auch sie nur kurze Tagesstrecken zurücklegt. Dies ist einerseits auf Erkundungsverhalten und andererseits auf das heuer besonders reichliche Nahrungsangebot zurückzuführen. Ende September fliegt sie bereits größere Etappen und läßt am 26.9. Malta hinter sich.
August: Sie verläßt den Nahbereich des Horstes nur selten.
Natascha (93399)
2010
Mai - September: Nahezu 4 Monate hält sich Natascha in einem grösseren Waldkomplexen in SW-Nigeria auf. Von dort wurden die letzten, immer spärlicher eintreffenden Signale empfangen. Mit einem Ausfall des Senders muß gerechnet werden.
März, April: Seit Anfang März befindet sie im Wald Foret de Touj-Kilibo, 140km weiter westlich an der Grenze zum Benin.
Februar: Nachdem sie sich etwa 2,5 Monate im Borgu Nationalpark aufgehalten hat, wird sie Mitte Februar in W Nigeria im Old Oyo National Park (in einem etwa 170km weiter südlich gelegenen, isolierten Waldgebiet) geortet.
Jänner: Seit nahezu 7 Wochen hält sich Natascha im Borgu Nationalpark westlich des Flusses Niger auf.
2009
Dezember: Die spärlichen Signale zeigen, dass Natascha sich seit Ende November im Borgu Nationalpark (ca 4000 qkm) aufhält!
November: Seit 3 Wochen hält sie sich in einer Regenwaldinsel 80km südlich der Stadt Kontagora und 70km nördlich des Flusses Niger auf.
Oktober: Der erste Versuch nach Afrika weiterzufliegen wird durch Schlechtwetter vereitelt. Sie ändert die Richtung und hält auf Sizilien zu. Die anschließende Überquerung der Sahara verläuft ohne Zwischenfälle. Am 13. Oktober ist sie bereits im S Niger und am 19. in NW Nigeria. Bis Monatsende bleibt sie in diesem Gebiet. Leider ist der Sender defekt, deshalb werden nur in unregelmäßigen Intervallen Daten empfangen.
September: Über die Obersteiermark, Kärnten und Slowenien erreicht sie am 21.9.2009 den Nationalpark Plitvicer Seen in Kroatien. Dort macht sie jedoch einen Schwenk nach NE und wird am 24.9. am Plattensee geortet. Ende September überquert sie Kroatien, die Adria und Mittelitalien, um sich dann einige Tage bei Neapel aufzuhalten.
August: Am 25.8.2009 verläßt sie das elterliche Revier und fliegt in ca 10km Tagesetappen in Richtung SSW. Ende August hat sie auf ihrem Weg in den Süden bereits die Alpen zwischen Hochschwab und Schneealpe überquert.
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