BORN 2B WILD

online print



"born to be wild" ist ein am Naturhistorischen Museum Wien durchgeführtes Projekt, in dessen Rahmen Verbreitungswege und Zugbewegungen zweier sehr unterschiedlicher Greifvogelarten erstmals für Österreich mit Hilfe der Satellitentelemetrie untersucht werden:


Sakerfalke

Der Sakerfalke (Falco cherrug), ist mit 20-25 Paaren eine der seltensten Vogelarten österreichs und Europas (450 Paare). Zu finden ist diese Art meist ganzjährig in den offenen Landschaften des östlichen Niederösterreich, dem Nordburgenland und Teilen Wiens. Hier in Österreich liegt der westlichste Rand seines Verbreitungsgebietes. Die Bedeutung unterschiedlicher Lebensräume und deren Größe ist für junge Sakerfalken bislang weitgehend unbekannt. Um allerdings effizienten Artenschutz betreiben zu können, müssen seine Ansprüche großräumig bekannt und grenzüberschreitend betrachtet werden.

Wespenbussard

Der Wespenbussard (Pernis apivorus) ist insgesamt betrachtet zwar häufiger und in größeren Waldgebieten österreichs regelmäßig anzutreffen, trotzdem zählt er zu den am wenigsten erforschten Vogelarten Europas. Als Nahrungsspezialist, der sich von Wespen- und Hummellarven ernährt, ist er ein so genannter Langstreckenzieher, der das Winterhalbjahr im tropischen Afrika verbringt. In Europa ist sein Brutbestand auffällig rückläufig (ca 3% pro Jahr). Es wird vermutet, dass die Ursache auf den Zugwegen oder den tropischen Regionen Afrikas zu finden ist. Die Zugrouten und überwinterungsgebiete der in Mittel- und Osteuropa brütenden Wespenbussarde sind bis dato allerdings unbekannt.


Arbeit mit Jungvögeln: Bei derartigen Studien werden, aufgrund der hohen Jugendmortalität, in der Regel Altvögel bevorzugt. Die Sterblichkeit junger Greifvögel im ersten Lebensjahr liegt jenseits von 50%, wobei der Großteil davon in den ersten Lebensmonaten umkommt. Nur ein geringer Prozentsatz erreicht das fortpflanzungsfähige Alter. Daher wird in diesem Projekt mit Jungvögeln gearbeitet, um mehr über Lebensraumansprüche und Migrationsverhalten in diesem Lebensabschnitt zu erfahren.

Satellitentelemetrie

Die Satellitentelemetrie soll mithelfen diese Fragen zu beantworten. Dazu werden 2009 erstmals je zwei Jungvögel beider Arten vor dem Ausfliegen mit 22g solar ARGOS/GPS PTTs-100 Satellitensendern der Firma Microwave versehen. Diese mittlerweile auch in der Ornithologie etablierte Methode ermöglicht es, Vögel über weite Entfernungen und lange Zeiträume, beispielsweise auf dem Zug oder im Winterquartier, zu verfolgen. Die Vögel sind zusätzlich mit Vogelwarte-Ringen und farbigen Kennringen versehen.


Kontaktadresse:


Satellitentelemetrie Priv. - Doz. Dr. Anita Gamauf
Naturhistorisches Museum Wien
1. Zoologische Abteilung
Burgring 7, A-1010 Wien, Austria
Tel: +43-1-52177 / 499
E-mail: anita.gamauf@nhm-wien.ac.at
Homepage


GVZ Lobau HGG fly:away Freunde des NHM Wien MA22 Naturhistorisches Museum Wien
HJST NP Donauauen SiGMAjazz Wildnisgebiet Duerrenstein
Dravce Carinthian Raptor Camp OAW Linz



Webpage last updated: 5.8.2012                                                     ©2011 Nora Wurzinger (www.sigmajazz.com)